Dr. med. Sabine Pöstgens 
Dr. med. Harald Pöstgens  

Diagnostik

Optomap

Die häufigsten Erblindungsursachen in Westeuropa wie die Makuladegeneration, das Glaukom, Diabetes mellitus sowie andere Erkrankungen wie Netzhautablösungen und Tumore können schleichend am Augenhintergrund verlaufen, häufig werden sie zu spät erkannt. Über 80 % aller Erblindungen könnten durch gezielte, vorsorgende Früherkennung verhindert werden. Das gilt aber auch für die typischen Zivilisationserkrankungen wie Bluthochdruck und Gefäßerkrankungen, die zu Herz- und Schlaganfall führen können. Hinweise darauf zeigen sich oft sehr früh in den Arterien der Netzhaut. Die Risiken für Erblindung und Gefäßerkrankungen können durch eine sinnvolle Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt frühzeitig erkannt werden. Durch die neueste Technologie der Netzhautuntersuchungen optomap® kann innerhalb eines Augenblicks von 0,25 Sekunden ein digitales Bild erstellt werden, das 200° des Augenhintergrundes abbildet. Die Untersuchung ist vollkommen schmerzlos und ungefährlich und kann sofort ohne Vorbereitung durchgeführt werden. In der Regel genügt eine Aufnahme, um den Großteil der Netzhaut auf einem Bild darzustellen. Die Untersuchung findet OHNE Pupillenerweiterung statt. Die Schnelligkeit kommt besonders Kindern und älteren Menschen zugute. Der wichtigste Unterschied zu anderen Systemen ist der Ultra- Weitwinkel von 200°. Auf einen Blick können wir nun mit dieser modernen Technik Veränderungen und Krankheitsverläufe am Augenhintergrund auch vergleichend darstellen. Der Blick richtet sich auf Erkrankungen, die möglicherweise ohne Pupillenerweiterung nicht hätten entdeckt werden können. Die optomap® Vorsorgeuntersuchung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und wird Ihnen daher auf der Basis der GOA in Rechnung gestellt (Informationsmaterial erhalten Sie in unserer Praxis).

HRT

Mit dem HRT wird der Kopf des Sehnerven mittels einer Laserkamera an 147.000 Meßpunkten dreidimensional vermessen. Mit einem Computer wird das Ergebnis analysiert und mit anderen "Norm-Werten" verglichen. Bei nachfolgenden Untersuchungen können über eine Vergleichsanalyse auch kleinste Veränderungen im Zeitverlauf festgestellt werden. Die Untersuchung selbst ist schmerzfrei, ohne Belastung für den Patienten und dauert weniger als 10 Minuten. Die Untersuchung ist besonders sinnvoll bei Patienten mit Glaukom (hoher Augendruck), da sich der Glaukomschaden am Sehnervenkopf manifestiert. Genauso sollten auch Angehörige von glaukomerkrankten Patienten oder Patienten mit grenzwertigen Augendruckwerten oder fraglichem Glaukom untersucht werden.

GDx

Die Untersuchung mit dem GDx ist für den gleichen Patientenkreis wie das HRT gedacht und wird meist zusammen mit diesem durchgeführt. Es wird die bei einer Glaukomerkrankung geschädigte Nervenfaserschicht zirkulär um den Sehnervenkopf an 65.536 Datenpunkten gemessen. Es entsteht eine farbkodierte Dickenkarte, die zu einer Normalverteilung graphisch und numerisch dargestellt wird. Die Belastung für den Patienten ist minimal wie bei dem HRT. Bei auffälligem Sehnervenkopf, grenzwertigen Augeninnendrücken und bei allen Glaukompatienten kann mit beiden Geräten also eine genauere Diagnostik und Dokumentation und damit auch bessere Therapie durchgeführt werden.

Intravitreale Injektionen (IVOM)

Bei der so genannte intravitrealen Medikamenteneingabe wird unter örtlicher Betäubung ein Medikament in das Innere des Augapfels gespritzt. So gelangt der Wirkstoff leicht an die Netzhaut und kann kaum Nebenwirkungen in den übrigen Organen verursachen. Besondere chemische Zusammensetzungen der Hüllsubstanzen für einige der Arzneistoffe ermöglichen darüber hinaus eine langsame und kontinuierliche Freisetzung des Medikamentes. So entfaltet sich die Wirkung nach und nach und hält über längere Zeiträume an. Früher waren intravitreale Injektionen selteneren Erkrankungsfällen vorbehalten Dies hat sich geändert. Ein wesentlicher Grund dafür sind neue Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen der Netzhaut einschließlich der Makula. Damit werden die altersabhängige Makuladegeneration, aber auch Netzhautschäden, die Folge einer langjährigen Zuckerkrankheit sind, behandelt. Eine weitere Indikation sind Venenverschlüsse, die zu einer Schwellung in der Netzhautmitte (Makulaödem) führen.

OCT

OCT ist die Abkürzung für Optische Kohärenz-Tomographie .Mit dieser Technik können Schnittbilder des Augenhintergrundes in hoher Auflösung aufgenommen werden. Das OCT funktioniert mit Licht (Laserstrahlen), welches dazu verwendet wird, die Gewebedichte für verschiedene Schichttiefen darzustellen. Die Auflösung ist etwa 20 Mal so hoch ist wie beim herkömmlichen Ultraschall. So kann exakt die Dicke der Netzhaut in verschiedenen Bereichen abgebildet werden. Die OCT-Untersuchung ist als hochmodernes Untersuchungsverfahren bei einigen Erkrankungen am Augenhintergrund sinnvoll. Dazu gehört beispielsweise das Makulaforamen. die altersbedingte Makuladegeneration, Netzhautveränderungen durch Diabetes, Durchblutungsstörungen allgemein, Tumore am Augenhintergrund. Diese Erkrankungen können eventuell schon erkannt werden, bevor sie sich in anderen Untersuchungen zeigen. Die Durchführung einer OCT kann des Weiteren bei anderen Erkrankungen der Netzhaut lohnenswert sein, wenn diese mit einer Dickenzunahme der Netzhaut, mit einer Wassereinlagerung oder mit einer Abhebung einhergehen.